
„Adventskalender umgekehrt“
In der Klasse 4b haben wir einen „Adventskalender umgekehrt“ gebastelt. Was das ist?
Wir haben im Religionsunterricht darüber gesprochen, dass jeder Mensch ein Licht für den anderen sein kann.
Das wollen wir mit unserem Adventskalender deutlich machen. Indem wir etwas von uns hergeben, können wir in das Leben anderer Menschen Licht bringen. In diesem Falle sogar wörtlich. Denn das Geld, das an jedem Tag vom 1. bis zum 24. Dezember in unseren 24 Häuschen landet, soll blinden Kindern in armen Regionen der Welt helfen wieder sehen zu können. Mit 3o Euro kann man einen Menschen, der durch den grauen Star erblindet ist, mit Hilfe eine kleine Operation sehend machen. Wir Kinder in der 4b finden das sehr schön und wir haben Freude daran, dabei zu helfen.
Als Zeichen dafür, dass für Menschen durch unseren Adventskalender ein Licht aufgeht, kleben wir, wenn wir etwas in das Häuschen des Tages geworfen haben, einen goldenen Stern auf den schwarzen Kartonhimmel. So wird es bis Weihnachten hoffentlich ein strahlender Himmel sein!
Mache dich auf und werde licht, denn dein Licht kommt!

Am 06. Dezember 2011 sah der Kalender bereits so aus:
Bis zum 16. Dezember 2011 sind noch viel mehr Sterne dazugekommen:

Das Verschwinden der Sterne
Es war vor vielen, vielen Jahren. Da lebten Menschen, die waren freundlich und gut zueinander, sie halfen sich gegenseitig und teilten, wenn jemand etwas brauchte. Und das machte sie alle glücklich!
Auf Eines freuten sie sich täglich ganz besonders:
Immer wenn es Nacht wurde und es waren keine Wolken am Himmel, da traten sie vor ihre Häuser, schauten zum Himmel hinauf und freuten sich miteinander über die Tausende von Sternen. Die Sterne funkelten und schimmerten so wunderbar, dass die Menschen gar keine Angst mehr hatten vor der schwarzen Nacht.
So lebten sie sehr lange Zeit liebevoll miteinander.
Doch dann geschah es. Keiner weiß eigentlich warum.
Auf einmal wollten manche Menschen nichts mehr mit den anderen zu tun haben. Sie hatten keine Lust mehr zu jedem freundlich und hilfsbereit zu sein. Sie dachten nur noch an sich selbst. Wie bei einer Krankheit wurden allmählich alle Anderen davon angesteckt. Keiner half dem anderen mehr. Jeder ging nur noch mit einem ernsten Gesicht herum und schaute den anderen nicht mehr lächelnd in die Augen. Es wurde kein freundliches Wort mehr gesprochen und es kam auch nicht mehr vor, dass jemand einem eine Freude machte.
Und während die Menschen nur noch an sich dachten, passierte es!
Die Sterne am Himmel verschwanden.
Jeden Tag wurden sie weniger.
Zunächst bemerkte es keiner, weil ja so viele funkelnde Sterne am Himmel waren, sodass es erst gar nicht auffiel. Außerdem schauten sie nur noch ganz selten zum Himmel, weil sie nachts vor der Türe niemandem begegnen wollten und lieber für sich im Haus blieben.
Doch dann kam die Nacht, in der kein einziger Stern mehr am Himmel stand. Die Nacht war schwarz und kalt und unheimlich.
Und diese Schwärze drang sogar durch die Fenster in die Häuser. Die Menschen wunderten sich und sahen doch einmal wieder zum Himmel. Aber nicht ein einziges winziges Funkeln war mehr zu sehen.
Da bekamen sie Angst. Sie konnten sich nicht erklären, was passiert war.
Sie spürten nur, dass es in ihnen selbst auch ganz dunkel geworden war.
So ging es eine lange Zeit.
Viele, viele Jahre vergingen. Und es begann wieder ein ganz normaler Tag, an dem jeder sich nur um sich selbst sorgte und lustlos seine Arbeit machte. An diesem Tag also ging gerade ein Junge namens Samuel vom Markt heim, wo er unter anderem Blumen gekauft hatte. Sein Blick war auf die staubige Straße gerichtet, damit er niemanden ansehen musste.
Doch plötzlich hörte er ein leises Schluchzen. Es kam vom Straßenrand her. Samuel wagte einen Blick in die Richtung, aus der es kam, und sah eine arme Frau an eine Hauswand gelehnt dort sitzen. Keiner kümmerte sich um sie, alle liefen vorbei, so wie es eben damals üblich war.
Auch Samuel ging vorbei.
Doch – auf einmal drehte er sich um, beugte sich zu der Frau hinunter, sah sie an und schenkte ihr die Blumen................
Da ging ein Leuchten auf, in den Augen der Frau, ihr Gesicht strahlte und es war, als fielen die Strahlen direkt in Samuels Herz. Samuel fühlte auf einmal etwas, das er so noch gar nicht kannte: Er war glücklich!
In dieser Nacht trat er vor die Türe und schaute zum schwarzen Himmel hinauf. Doch was war das? Irgendwo in der tiefen Schwärze glitzerte und funkelte ein kleiner Stern!
Ein paar Menschen hatten gesehen, wie Samuel zu der Frau gegangen war. Und als sie diese so lächeln sahen, da war es ihnen, als ob ein Strahl dieses Lächelns in sie hineinleuchten würde und es wurde ihnen ganz warm ums Herz.
Eine Frau, die dabei gewesen war, lud am nächsten Tag ihre Nachbarn ein, die schon seit Jahren da wohnten, mit denen sie jedoch noch nie ein Wort gesprochen hatte. Sie aßen und unterhielten sich und waren auf einmal richtig glücklich. Und am Abend dieses Tages stand ein zweiter leuchtender Stern am Himmel.
Am dritten Tag besuchte ein Mädchen seine kranke Tante und erzählte ihr, was sie in der letzten Zeit alles erlebt hatte. Die Tante fühlte sich nach dem Besuch schon viel besser.
In dieser Nacht strahlte der dritte Stern am Himmel.
So fingen die Menschen an, wieder füreinander da zu sein. Geschwister teilten ihre Spielsachen miteinander, Gesunde halfen Kranken, Traurige wurden mit lieben Worten getröstet und Menschen, die Hilfe brauchten, bekamen von anderen geholfen.
Auf der Straße grüßten die Menschen wieder einander und lächelten sich an.
In jeder Nacht aber leuchteten am Himmel mehr Sterne und die Dunkelheit war nicht mehr so furcht erregend.
Die Menschen gingen abends wieder vor ihre Häuser und bewunderten gemeinsam den herrlichen Sternenhimmel.
Sie begriffen auf einmal, dass jedes Lächeln, jedes gute Wort, jede liebevolle Tat einen neuen Stern am Himmel erstrahlen ließ.
Und so wie der Nachthimmel immer heller wurde und die Nacht nicht mehr so kalt wirkte, so wurde es auch in ihren Herzen heller und wärmer.
Und bis heute hören die Sterne nicht auf zu leuchten, weil es immer Menschen gibt, die gut zueinander sind.
Und eines Tages erschien ein großer, leuchtender Stern am Himmel, mit einem langen Schweif. Gottes Sohn, Jesus, war geboren, der alle Menschen mit seiner nie endenden großen Liebe liebt. (Hildegard Zänglein)